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Frequently asked questions (F.A.Q.)

1. Was ist ein Moot Court?

Ein Moot Court ist ein Wettbewerb zur Übung der anwaltlichen Tätigkeit. Dabei geht es um die Bearbeitung eines fiktiven Streitfalles aus der Sicht der Parteien. Die Herangehensweise unterscheidet sich deutlich von der im Rahmen der deutschen Juristenausbildung sonst üblichen: Nicht die Sichtweise des Richters, der die "richtige" Lösung zu einem Lebenssachverhalt finden muss, ist gefragt, sondern die Sichtweise des Anwaltes, der den vorgegebenen Sachverhalt juristisch korrekt, aber im Sinne seines Mandanten bewerten muss. Im angelsächsischen Raum sind Moot Courts fester Bestandteil der Juristenausbildung. Der Willem C. Vis ist allerdings kein Moot Court im strengen Sinne, da die Verhandlung vor einem Schiedsgericht ("Tribunal") und nicht vor einem staatlichen Gericht ("Court") stattfindet.

2. Warum sollte ich an einem Moot teilnehmen?

Ein Moot ist eine einmalige Gelegenheit, Einblicke in die Rechtspraxis zu erhalten. Während der Anfertigung der Schriftsätze bildet man zahlreiche Fähigkeiten aus, die in einem zentralen Tätigkeitsbereich des Anwalts unerlässlich sind. Im Zuge der mündlichen Phase werden rhetorische Fähigkeiten auf- und ausgebaut, die rechtliche Argumentationsfähigkeit geschult und die freie Rede verbessert.

3. Warum sollte ich ausgerechnet am Willem C. Vis Moot teilnehmen?

Der Willem C. Vis ist der renommierteste und wichtigste Moot im Bereich des internationalen Wirtschaftsrechts. Die Unterstützung aus und Anerkennung durch die Praxis ist einzigartig. Bei den zahlreichen Vorbereitungsveranstaltungen und in Wien selbst knüpfen die Teammitglieder persönliche und dauerhafte Kontakte zu renommierten Praktikern und lernen Studierende aus aller Welt kennen. Nahezu alle namhaften Universitäten nehmen teil (um einige zu nennen: Berkeley, Bocconi, Columbia, Harvard, King's College, LSE, Oxford, Singapur, Sorbonne, Yale). Die Fahrt zum Finale nach Wien hängt nicht von einer nationalen Vorentscheidung ab. Teilnehmer eignen sich umfangreiche Kenntnisse im Bereich des Schiedsverfahrensrechts sowie des UN-Kaufrecht an. Die erworbenen Rechtskenntnisse fördern das Verständnis von elementaren, staatsexamensrelevanten Materien (Allgemeines Schuldrecht, Kaufrecht, Handelsrecht, Zivilverfahrensrecht) ungemein. Da die Wettbewerbssprache Englisch ist, werden vertiefte Kenntnisse der englischen Rechtssprache erworben.

4. Wie wird das Team betreut?

Während des gesamten Moots erfolgt eine intensive Betreuung des Teams durch das Institut für ausländisches und internationales Privat- und Wirtschaftsrecht. Zudem steht dem Team im Institut ein eigener Arbeitsraum zur Verfügung, der mit IT-Arbeitsplätzen (incl. Zugang zu den gängigen juristischen Datenbanken) und einem exzellenten Literaturapparat ausgestattet ist. Außerdem verfügt das Team über intensive Partnerschaften zu renommierten Anwaltskanzleien in Frankfurt und Stuttgart, deren Anwälte ebenfalls mit großem Engagement in der Betreuung mitwirken.

5. Welche Scheine bekomme ich für die Teilnahme am Moot?

Teammitglieder bekommen einen Seminarschein, einen Fremdsprachennachweis und einen Schlüsselqualifikationsschein. Folglich können insgesamt drei studienrelevante Leistungen erworben werden, die für den Abschluss des Jurastudiums erforderlich sind. ERASMUS-Studenten erhalten 14-ECTS-Punkte.

6. Wie arbeitsaufwendig ist der Moot?

Der Moot ist äußerst arbeitsaufwendig. Die Schriftsatzphase von Oktober bis Januar ist sehr intensiv, sodass ein Besuch der Vorlesungen nur sehr eingeschränkt möglich ist. Während der Semesterferien im Februar und März reist das Team zu zahlreichen, teilweise mehrtägigen Pre-Moots im In- und Ausland. Daher ist auch die mündliche Phase recht zeitintensiv. Durch die Teilnahme am Moot können insgesamt drei Scheine erworben werden, die für den Abschluss des Studiums erforderlich sind.

7. Verliere ich durch die Teilnahme ein Semester?

Gem. § 22 Abs. 2 Nr. 5 JAPrO wird das Teilnahmesemester nicht auf den Freischuss angerechnet. Das gilt gem. § 23 Abs. 1 Satz 1 Hs. 2 JAPrO gleichsam für den Verbesserungsversuch. Ein Zeitverlust ist deshalb nicht zu befürchten. Vielmehr führt die intensive Betreuung während des Moots zu der Ausbildung der Fähigkeiten, die gerade auch mit Blick auf das Examen gefordert sind. Nicht zuletzt deshalb konnten viele ehemalige Teammitglieder ihr Studium mit weit überdurchschnittlichen Ergebnissen nach dem Freischuss abschließen. Überdies ist es in der Vergangenheit stets möglich gewesen, parallel eine "Übung" zu absolvieren. Außerdem erhält jeder Teilnehmer drei Scheine für die Teilnahme am Moot. Zuletzt gilt für Moot-Teilnehmer die Sonderregel, dass Hausarbeiten auch in den Semesterferien nach den jeweiligen Übungen geschrieben werden dürfen.

8. Ist der Moot in der Praxis anerkannt?

Ja. Nahezu jede überregional tätige Sozietät kennt und schätzt den Vis Moot. Es gibt keinen Moot, der ein ähnliches Interesse in der Praxis hervorruft. Bei zahlreichen Kanzleien ist anerkannt, dass eine Teilnahme am Vis Moot der alltäglichen Tätigkeit in einer internationalen Wirtschaftskanzlei ausgesprochen ähnelt. Die Anfertigung von zwei Schriftsätzen aus Anwaltsperspektive ist eine Erfahrung, die von beachtlichem Wert ist. In der mündlichen Phase des Wettbewerbs wird die freie Gerichtsrede eingeübt. Schließlich führt eine Teilnahme zu profunden Kenntnissen in der englischen Rechtsterminologie. Jede dieser Fähigkeiten ist für die Praxis unentbehrlich.

9. Ist die Teilnahme am Vis Moot für mich teuer?

Die Teilnahme am Vis Moot scheitert nicht an fehlenden finanziellen Mitteln der Teammitglieder. Die vollständigen Kosten für die Fahrten zu Kanzleien, Pre-Moots und nach Wien wurden in der Vergangenheit immer durch unsere Sponsoren abgedeckt, weshalb auf die Teilnehmer keine Kosten zugekommen sind.

10. Welche Links sind zur vertiefenden Lektüre empfehlenswert?

Seitenbearbeiter: Moot-Team
Letzte Änderung: 25.04.2014
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